Idee und Philosophie

Seid gewarnt, das lesen folgender Zeilen könnte etwas länger dauern. Wir übernehmen keine anfallenden Opportunitätskosten :)

Vorgeschichtliches

Es war ein kühler Winterabend, als Marco, Marco (hehe) und Pascal (nicht mehr dabei) mit je einem Bierchen in der Hand zusammensassen und beschlossen, etwas in die Realität umzusetzen, etwas zu verwirklichen, anstatt jene Träumchen stets vor sich herzuschieben und Luft bleiben zu lassen. Es sollte etwas sein, das gleichzeitig Freude bereitet und dem einen oder anderen ein Auge in unserer Gesellschaft öffnet, in der die Meisten nicht viel mehr sehen als sich selbst (und ihr Portemonnaie).

Unsere Generation ist in viele verschiedene Gruppierungen zerstreut, die sich alle in ihren Idealen unterscheiden. Ein Element kann man jedoch fast in jeder Jugendkultur erkennen: den Pessimismus - oder genauer, den Verlust des Glaubens daran, wirklich etwas Grosses tun zu können.

Quoi faire?

Als uns die Idee eines Festivals der "alternativeren" Sorte kam, waren wir vom ersten Moment an begeistert. Bald kam Alex zu unserem Team und ihm folgten weitere tolle Menschen (und noch mehr Bierchen), die uns mit vollem Einsatz unterstützen (die Menschen, meinen wir eigentlich) um dieses grosse Projekt zu realisieren. Die Vorstellungen des Festival waren anfangs etwas vage und, nunja, in gewissen Bereichen "nur suboptimal durchdacht" - also ziemlicher Quark -, doch aus einigen Notizen wurden mehrere Dossiers und aus Dossiers wurden Verträge. Wir wollten die Möglichkeiten, die unsere Zeit bietet, nutzen, um Gleichgesinnte sowie auch anders Denkende zusammen zu bringen. Ein friedliches Zusammensein auszuleben und nicht zuletzt eine gute Zeit zu verbringen.

Wir wollten Initiative zeigen, ohne dass sich dahinter wirtschaftliche Interessen verbergen. Wir wollten unseren und den Horizont von Jugendlichen in unserem Alter aber auch von Erwachsenen erweitern, indem wir ein Umfeld schaffen, in dem jeder akzeptiert ist und in dem jeder auch seine Persönlichkeit einbringen kann. Die positiven Energien sollen beim Eintreffen auf dem Gelände beginnen und es wäre das Ziel, dass sie nicht gleich verfliegen sobald man es wieder verlässt. Das Free For Peace Festival distanziert sich von politischen Aussagen, darf aber die Besucher zum Nachdenken anzuregen und will ihnen für 2 Tage eine etwas "andere" Welt bieten. Und vielleicht einen bewussteren Konsum auch im Alltag fördern, indem wir vieles selbst errichten, Produkte und Material so weit möglich aus der Region erwerben, vorwiegend lokale Unternehmen miteinbeziehen usw...

Auf zum Tanz...

Innert einigen Monaten nahm das ganze Konturen an. Im April 06 waren wir soweit, dass wir unser Vorhaben publik machen durften, da das erste Free For Peace Festival tatsächlich stattfinden würde, und zwar am 20. und 21. Juli 2007. In den 18 Monaten vor dem Festival benötigten wir viel Zeit und Arbeitseinsatz, um all die Hürden zu nehmen. So kam es, dass wir die meisten Dinge mehrmals abändern und erneut überdenken mussten, bis wir zur endgültigen Fassung gekommen sind. Auch finanziell haben wir, als relativ junges Team, tiefes Wasser betreten und können nur hoffen, dass wir am Ende auf einer Insel Stranden (schöne Metapher, nicht? :).

Es freute uns auf jeden Fall, zu sehen, dass es im Musikbusiness - zumindest auf unserer Ebene - noch Leute gibt, die jungen Personen mit einem solchen Vorhaben viel Vertrauen entgegenbringen - und noch Bessereres zu tun haben, als der letzten Privatkopie hinterherzujagen und die nächste Superstars-Show zu planen.

Und 2008?

Nun geht es also in die zweite Runde. Die Gestaltung des ganzen Wochenendes ist und wird auch dieses Mal ein sehr kreativer Prozess. Wir versuchen, uns zu einem bestimmten Grad selbst in diesem Projekt zu verwirklichen. Wir wollen mit eigenen Ideen auffallen, und nicht nur als ein weiteres Openair in der Schweizer Partylandschaft untergehen. Wir möchten die Atmosphäre und die Besucher in den Vordergrund stellen und nicht mit einem Rivella Partyzelt oder einer Swisscom Lounge und VIP Plätzen glänzen. Wir sehen die Projektierung als Lernprozess an, in dem alle Beteiligten an gewisse Grenzen stossen werden. Es verspricht spannend zu werden, wenn die Ideen von nunmehr sechzehn kreativen Köpfen vereint ein Openair ergeben, und dies bereits zum zweiten Mal!

Hinweis: Du befindest dich hier im Archiv der Seite 2008. Die aktuelle Seite gibt's unter www.freeforpeace.ch